Bruder

Der vierzehnjährige Marius ist an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Er war der Bruder von Luuk.

Ein Jahr nach Marius’ Tod beschließt die Mutter, alle seine persönlichen Sachen im Garten zu verbrennen, um auf diese Art noch einmal Abschied zu nehmen. Luuk ist entsetzt über dieses Vorhaben und rettet das Tagebuch seines Bruders, indem er der Mutter die Möglichkeit nimmt, nur dessen Aufzeichnungen zu verbrennen - er schreibt eigene Gedanken zwischen die Zeilen von Marius. War er anfänglich entschlossen, die Geheimnisse des Bruders nicht zu lesen, wird er nun unweigerlich Zeuge von Marius Gedanken- und Gefühlswelt. Ein intensives „Schreibgespräch“ beginnt, in dessen Verlauf die LeserInnen Einblicke in das gemeinsame Leben der Brüder bekommen. Ein Geheimnis wird gelüftet: Beide Brüder sind homosexuell und haben es vor einander verborgen.

Die sachliche, etwas spröde Mutter hinterlässt beim Lesen ein hoffnungsvolles Gefühl. Leben hört auf, während es zugleich weitergeht. Es vergeht die Welt, wie sie in den Augen des Verstorbenen existierte, aber nicht die Welt der Lebenden.

Ein nachdenklich stimmendes, wunderbar geschriebenes Buch für Jugendliche.

Ted van Lieshout
Bruder
Übersetzung
Mirjam Pressler
Beltz 2004 150 Seiten € 5,90
ab 13 Jahren