Das Mädchen unter dem Dohlenbaum

Der Vater des Mädchens ist gestorben. Das Mädchen wartet unter dem Dohlenbaum vor dem Bahnhof auf seine Mutter, die Fahrkarten kauft. Denn alles soll sich ändern: eine neue Stadt, eine neue Arbeit für die Mutter, eine neue Schule und neue Freunde für das Mädchen. Vielleicht wird das ja gut?

Es ist sehr früh am Morgen und die Dohlen fliegen mit großem Geschrei auf und dann davon. Weiß der Baum, dass die Vögel weg sind? Das Mädchen jedenfalls weiß, wie das ist, jemanden zu vermissen und wie schwer Erinnerungen wiegen. Die Gedanken wandern zum Vater, das Mädchen stellt sich gerne vor, er könnte sie sehen. Sie denkt an die Schule: die anderen haben gefragt, wie das denn ist, wenn plötzlich der Vater tot ist. Traurig ist man, hat sie geantwortet. Davon erzählt uns das Buch in einem assoziativen, inneren Monolog.

Kristiina Louhis Kreide-Bilder sind so klar und schnörkellos wie die Sätze des Textes. Sie sind großflächig mit der Farbpalette von Wachskreiden gemalt: türkisgrün neben grasgrün, zitronengelb neben maisgelb, violett neben orange. Die Bilder nehmen den Focus der Gedanken des Mädchens auf und geben ihnen viel Raum. Trotz seiner Aufmachung als Bilderbuch richtet sich das Buch vor allem an Kinder im Grundschulalter.

Riita Jalonen
Kristiina Louhi (Illustration)
Das Mädchen unter dem Dohlenbaum
Übersetzung
Anu Pyykönen-Stohner
Hanser 2007 € 14,90
ab 5 Jahren