Max, mein Bruder

Die zehnjährige Jo erzählt aus ihrer Perspektive das letzte halbe Jahr mit ihrem Zwillingsbruder Max, beschreibt die Monate, die zwischen einem unbeschwerten Frankreichurlaub und dem Krebstod von Max liegen. Die Besonderheit dieses Buches liegt darin, dass alle Kinder, auch die jüngeren Schwestern, relativ zeitgleich mit den Eltern von Max’ schwerer Krankheit und seinem drohenden Tod erfahren und in die Familienaktivitäten zur Krankenpflege immer eingebunden werden. Jo erzählt, wie sich die Familie auf die Krankheit und das Sterben von Max einstellt und was für Veränderungen sich im häuslichen Umfeld daraus ergeben. Wie die einzelnen Menschen das Sterben verarbeiten, wird eher nicht thematisiert. Über ihre Tätigkeiten und das Beschreiben von Situationen, die vor allem Jo mit Max erlebt, wird ihre aktive Teilnahme an der Sterbebegleitung deutlich. Vielleicht ist dieser deskriptive Stil dem Verstehenshorizont der LerserInnen angemessen, mehr als es die Betonung von inneren Reflexionen über das Sterben und den Tod wäre. Der Text wird auf diese Weise zugänglich und ist einfach zu lesen. Dass er manchmal etwas hölzern wirkt, werden Kinder wahrscheinlich nicht bemerken.

Sigrid Zeevaert
Max, mein Bruder
Arena 2004 108 Seiten € 5,00
ab 10 Jahren