Opa, ich kann Hummeln zähmen

Joris Opa ist tot. Mama sagt. “Er ist eingeschlafen. Für immer.“ Jori sucht ihn überall, wo er schlafen könnte. Oma sagt: „ Opa ist im Himmel“. – „Opa ist beim lieben Gott“, sagt Tante Ann und Papa sagt: „ Opa ist in deinem Herzen.“ Jede dieser gut gemeinten Antworten nimmt Jori ernst und beschäftigt sich damit. Jori mag nicht mehr in den Garten gehen. Er bleibt im Haus, zieht sich mit dem Fotoalbum auf sein Bett zurück. Opas lachendes Gesicht bringt ihn zum Weinen, bis er schläft und träumt. Mit Opa ist er im Garten. Opa lacht und spricht mit ihm. Als Jori in der Nacht wach wird, sieht er die Sterne am Himmel. Er erinnert sich an Opas Geschichte: „Der Nachthimmel ist voller Löcher. Durch diese Löcher schaut ein verstorbener Mensch zu uns herunter. Und wenn er besonders glücklich ist, dann sieht man dieses Glück bis zur Erde leuchten.“  Am nächsten Morgen drängt es Jori in den Garten. Er bewegt sich und verhält sich so, wie Opa es getan hat. Er sieht Opas Sachen und spürt seine innige Verbundenheit und spricht leise mit ihm.

Die Geschichte ist in einfachen, kurzen Sätzen erzählt. Die Sprache „malt“ in gut verständlichen Bildern einfühlsam Joris wechselnde Bewegungen und Stimmungen. Die ganzseitigen Illustrationen sind in den Farben klar und freundlich. Die jeweiligen Personen sind in Mimik und Haltung  ausdrucksvoll, mit wenigen, wesentlichen Gegenständen eher sparsam dargestellt. Die Bilder und der Text ergänzen sich zu einer einfühlsamen Geschichte, in der Jori auf seine Weise Opas Tod in sich bewegt.

Monika Feth
Isabel Pin (Illustration)
Opa, ich kann Hummeln zähmen
Sauerländer 2007 € 13,90
ab 4 Jahren