Und was kommt nach tausend? Eine Bilderbuchgeschichte vom Tod

Otto ist Lisas Opa, in seinem wunderbaren Garten verbringen sie zusammen schönste Frühlings- und Sommertage. Auf den Bildern grünt und blüht es. Otto hat Zeit für Lisa und er teilt Lisas Begeisterung fürs Zählen, keine Gelegenheit dazu wird ausgelassen: eins (für die einzigartige Lisa), zwei (für die Notkekse in Ottos Hosentasche), dann kommt irgendwann 17 (für Kirschkerne im Kuchen) und nach tausend (für die Sterne) geht es immer noch weiter. Lisa staunt.

Es wird Herbst und Otto liegt müde im Bett und spricht wenig. Ja, er wird sterben, antwortet er auf Lisas direkte Frage.

„Als Otto gestorben ist, wird es ganz still.“ Auch das Bild dazu ist still, Lisa, auf Olgas Schoß, schaut Otto etwas furchtsam an, denn Otto ist weit entfernt, unerreichbar, bildlich ganz am äußeren Rand, der sich an dieser Stelle ins Helle auflöst. Das Bild ist sehr offen für Betrachtungen und Gedanken.

Die Beerdigung gefällt Lisa nicht und der Garten ist ohne Otto überhaupt nicht schön. Wie gut, dass wenigstens Olga da ist, mit der Lisa sprechen kann.

Das Buch führt uns eine Bilderbuch-Freund-schaft und auch ein Bilderbuch-Sterben vor Augen: ohne Schmerzen, ohne Ärzte; Zuhause, im Beisein der liebsten Menschen. Die kecke und ernsthafte Lisa ist eine gelungene Identifikationsfigur auch für Jungen und Annette Bley zeigt, dass man nicht unbedingt müde alte Dachse, Hasen und Elefanten braucht, um eine offene Geschichte vom Tod zu erzählen.

Annette Bley
Und was kommt nach tausend? Eine Bilderbuchgeschichte vom Tod
Ravensburger Buchverlag 2005 € 12,90
für den Kindergarten und die Grundschule