Das rote Trikot - eine afrikanische Reise

Auf den Märkten der Elfenbeinküste kann man gebrauchte Kleidungsstücke aus aller Welt kaufen. Die Menschen dort haben einen besonderen Begriff für diese Secondhand-Kleider: „Ado-Ka-Fre“. In ihrer Sprache – dem westafrikanischen Dialekt Dioula – bedeutet das „Tragen und Weiterverkaufen“.

Dieses Zitat bildet den Einstieg ins Buch und mehr Wörter werden nicht verloren: „nur“ in Bildern verfolgen wir ein Fußballtrikot mit der Nr. 8 auf seinem Weg um die halbe Welt. Die Reise wird von einem Ingenieur in Gang gesetzt, der den Hebel einer Produktionsmaschine umlegt. Das Trikot wird gekauft, gebraucht, weggeworfen, gebraucht, gekauft, weggeworfen und endet als Bekleidung eines Holzfußballers, den eben jene westliche Familie als Souvenir von einer Afrikareise mitbringt, die das Trikot einst zuhause im Sportgeschäft erstanden hatte.

In diesem Buch wird leicht, aber nicht ohne kritischen Unterton ein Aspekt von Globalisierung gezeichnet. Die klare farbstarke, computergenerierte Illustration kontrastiert mit einem großen, ganzseitigen Schwarz-Weiß-Foto im Vorsatz: ein schwarzes Kind sieht ein Weißes im Fernseher. Globalisierung – eine Einbahnstraße?

Sylvain Victor
Das rote Trikot - eine afrikanische Reise
Übersetzung
Catherine Cornet
Aladin 2013 € 12,90
ab 5 Jahren