Ein roter Schuh

Der Schauplatz dieses Buches ist ein Krieg. Er bleibt namenlos, aber aufgrund der routinierten Einsätze von Journalisten und der Erwähnung eines Anschlags kommt der Leserin z. B. Gaza in den Sinn. Einer der Kriegsreporter steht im Mittelpunkt. Sein Kollege beordert ihn an den Ort eines Bombenanschlags auf einen Schulbus. Dieses Mal geht ihm sein Dokumentations-Auftrag an die Nieren, denn der Junge, den er mit seiner Kamera begleitet, trägt an dem Fuß,  der ihm geblieben ist, genau die Turnschuhe, die er seinem Neffen kürzlich geschenkt hatte. Nein, das verletzte Kind ist nicht sein Neffe – aber in einer plötzlichen Fantasie steht der Junge auf, er hat zwei Füße und er hat zwei rote Turnschuhe an, er dribbelt lässig einen Basketball und verlässt das Krankenzimmer. Nur an dieser Stelle haben Kreijtsch’s Seiten füllende Bilder Farbe! So ein Kind gehört nicht auf eine Trage, nicht an Infusionsschläuche, sondern auf den Sportplatz.

Darum erzählt dieses Buch vom Recht auf Unversehrtheit, auf Schutz, auf Spiel. Es erzählt auch, dass Krieg grauer Alltag sein kann und von der Hilflosigkeit, mit der Erwachsene darin agieren.

Karin Gruß
Tobias Krejtschi (Illustration)
Ein roter Schuh
Boje 2013 € 12.99
für die Grundschule