Wanda Walfisch

Eine fröhliche Mobbing-Geschichte? Ja, dieses ist eine und es ist nicht viel mehr nötig als ein Kind mit Phantasie und einen Erwachsenen, der dieses Kind sieht und ernst nimmt. „Was ist los mit dir? Schwimmst du nicht gern? Du schwimmst doch gut“, fragt ein solcher, es ist der Schwimmlehrer. „Bin zu dick“ entgegnet Wanda. Sie hasst die Schwimmhalle, weil sie immer so große Spritzer macht und weil sie ausgelacht wird: Wanda Walfisch, dick und rund, Wanda Walfisch, 100 Pfund.

„Zu dick“, das lässt der Schwimmlehrer nicht gelten. Denkt etwa ein Fisch, er sei zu schwer zum Schwimmen? Na also! Dann erklärt der Lehrer der staunenden Wanda, dass Menschen alles sein können, was sie sich vorstellen. Denk einfach „Feder“, rät er ihr. Auf wunderbar malerisch angelegten Tableaus probiert Wanda aus, was sie sein will: „Feder“, wenn es beim Schwimmen nicht spritzen soll, „Riese“, wenn der blöde Mann auf dem Heimweg sie wieder ansprechen will, „Statue“ und sie spürt die Impfung nicht. Es funktioniert immer. Die etwas hinterhältige Aufforderung einer Mitschülerin, doch jetzt mal vom Sprungturm zu springen, quittiert Wanda mit einem fetten Walfisch-Gedanken und einem mächtigen Platsch. Autorin und Illustratorin ist ein sympathisches Alltags-Bilderbuch gelingen. Und es ist erstaunlich, wie die kugelrunde dicke Wanda letztlich durch das Buch schwebt!

Davide Cali
Sonja Bougaeva (Illustration)
Wanda Walfisch
Übersetzung
Claudia Steinitz
Atlantis 2010 € 14,95
ab 5 Jahren