Zugvögel

Im Frühling landen die Zugvögel im Wald hinter der Stadt. Luca erwartet sie schon und heißt sie willkommen. Er scheint sie zu kennen, vom letzten Jahr? Jedenfalls ist Paulinchen (wieder?) dabei und Luca steckt den ganzen Sommer mit ihr zusammen. Auch die anderen leben in der Stadt und verdienen ihr Auskommen mit Straßenmusik. Der Autor/Illustrator zeichnet sie als menschliche Zug-„Vögel“, sie tragen alle eine Vogelschnabel-Maske, sie haben Flügel und sie können sich auf Telefonleitungen versammeln – wie sie es im Herbst tun, der auf den Sommer folgt. Paulinchen aber will dieses Jahr nicht weiterziehen, sie möchte zur Schule gehen wie Luca und sie möchte Schnee sehen. Das geht nicht – sagt Olga Petrowa, die vielleicht die Älteste ist – wir sind fahrendes Volk, die Leute mögen nicht, wenn wir im Winter bleiben.

Dann geht es aber doch: Luca kennt eine Frau, die in der Stadt ein riesiges Nest gebaut hat, für Zugvögel, die bleiben wollen und andere, die nicht wissen, wohin.

Dieses ist ein leises, poetisches Bilderbuch über „fahrendes Volk“, über nur zeitweise geduldete Menschen. Das Bild vom Zugvogel ist ganz durchgehalten und findet einen Höhepunkt in der Darstellung des „Nestes“ von Frau Lorenz. Zuletzt hängt Paulinchen ganz bildlich ihre Flügel an den Nagel – zu vielen anderen, die da schon aufgereiht sind.

Michael Roher
Zugvögel
Picus 2012 € 14,90
ab 5 Jahren